Markus Baersch

Software · Beratung · Lösungen

Start » Blog » Software / Webtools

07.05.2009

Wer den integrierten Browser des jeweiligen Herstellers nicht mag, greift heute meistens (wenn es das Betriebssystem des Telefons erlaubt) zu Opera Mini oder Opera Mobile. Und weil der mobile Browsermarkt langsam aber sicher auch vom letzten Ignoranten nicht mehr lange als Nischenmarkt verkannt werden kann, macht man sich auch bei Mozilla mit dem mobilen Browser "Fennec" auf, um den zaghaften, aber messbaren Aufwind für den Firefox auch auf die Handhelds und Mobilgeräte zu retten. Initial für "Maemo" (System auf dem Nokia N810) entwickelt, kann man auch schon in der ersten Betaphase schon Versionen für Windows, Mac und Linux unter abrufen (die Beta 1 für Windows gibt's als Download hier). Windows Mobile und andere mobile Linuxsysteme werden folgen; die Unterstützung soll sowohl touch-basierte als auch tastengesteuerte Endgeräte einschließen.

Was wird aber anders als bei anderen Browsern? Zunächst einmal muss natürlich auch bei Fennec möglichst der komplette Viewport für die Seitendarstellung verwendet werden. "Das einblendbare Menü" gibt es in diesem Fall nicht (wie gewohnt), sondern erst bei Cursorkontakt eingeblendete Adressleisten, Tabs (ja, man kann mehrere Tabs verwenden), Bookmarks und Einstellungen. In der Desktopvariante können diese Elemente durch Verschieben bzw. Skalieren des Viewports sichtbar gemacht werden. Aber das sind noch keine Killer-Argumente für die Benutzung von Fennec auf dem Telefon...  und auf dem Desktop ist ein kleiner Überblick ganz hilfreich, aber der Browser soll und wird es da nicht einmal gegen Chrome, Opera oder Safari schaffen. Neben dem großen Viewport erinnert übrigens auch die Sucheingabe über die Adresszeile an Chrome.

Fennec
Absichtlich unspektakulär: Nichts als die Webseite im Fenster zu sehen

Ganz deutlich für Fennec sprechen aber Dinge, die der Firefox-Benutzer bereits auf dem Laptop oder Desktop schätzen gelernt hat: Öfter mal ein anderes Gesicht dank Themes (prima sicher später auch zur Individualisierung des Browsers für einzelne Hersteller von Endgeräten) und vor allem erweiterbare Funktionalität dank AddOns, Extensions, Plugins. Optimiert für mobile Geräte steht vor allem Performance im Vordergrund - hier wird man abwarten müssen, bis die Betaphase vorbei ist, bevor man sich ein Urteil erlaubt. Helfen soll dabei auch die neue JavaScript-Engine "TraceMonkey", die auch dem nächsten Firefox Beine machen soll. Auch die Skalierung der Darstellung von Webseiten ist freilich in der Windows-Version schlecht zu beurteilen; zumindest kann man es nicht so "fühlen" wie auf dem Desktop. Verkleinert man aber die Ansicht der gleichen Seite parellel in Fennec und im Firefox, sieht das Fennec-Ergebnis in der Tat auch auf dem Windows-PC deutlich lesbarer aus - ob das nun auf dem Telefon später wirklich inßs Gewicht fallen wird oder nicht, bleibt aber ebenfalls abzuwarten.

Fazit: In Ermangelung eines passenden Endgerätes fällt ein abschließendes Urteil zwar schwer, aber es scheint sich auf jeden Fall zu lohnen, diesen mobilen Browser im Auge zu behalten. Nichts gegen Opera (ich bin als Nokia-Anwender extrem dankbar für Opera Mini als Alternative zum proprietären Browser), aber ein "mobiler Firefox" sollte allein durch die Plugin-Schnittstelle genug Potential haben, um eine nennenswerte Nutzergemeinde zu rekrutieren, sobald die Serienreife erlangt ist. Und Webdeveloper werden sich sicher angesichts der steigenden Anforderungen an "mobile Benutz- und Lesbarkeit" von Webseiten heute schon die Finger nach einer WebDeveloper-Toolbar und / oder Firebug für Fennec lecken 😉

© 2001 - 2017