Markus Baersch

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01.04.2015

Wenn Google am 21.4. ernst macht und alle Websites, die nicht als mobilfreundlich eingestuft werden, bei mobilen Suchen benachteiligt (mit mehr Auswirkungen „als bei Panda und Penguin zusammen“), werden eine ganze Menge Webmaster noch nicht fertig sein mit der Umstellung auf Responsive Design oder mit anderen Mitteln.

Da dies aber vor allem auch ein paar gaaanz große Fische betrifft, hat Google genauso erstaunlich schnell einen Rettungsanker für überlastete IT-Abteilungen nachgelegt, wie zuvor mit der Nennung eines konkreten Termins überrascht. Und so geht es: Wer nicht rechtzeitig fertig wird, aber bereits angefangen hat, kann Google dies per Metatag mitteilen und so Zeit zur Fertigstellung „erbitten“.

Metatag mobileready to the rescue!

Dazu wird in den Quelltext der betroffenen Seite (i. d. R. also vermutlich einfach alle) ein Metatag in den head-Bereich eingebracht, mit dem Google mitgeteilt wird, dass die Umstellung bereits in Arbeit ist.

<meta name=“mobileready“ content=“soon“>

Der hier abgebildete Wert „soon“ bedeutet für Google, dass man davon ausgeht, spätestens innerhalb von 14 Tagen mit der Umstellung fertig zu sein. Wenn Google im Mobile Friendly Test auf diese Anweisung stößt, wird auch eine entsprechende Meldung ausgegeben, die einen erneuten Crawl der Seite in zwei Wochen in Aussicht stellt.

Mobile Ready: Soon

Als weitere Option ist die Angabe „pending“, mit der angekündigt wird, dass die Umsetzung zwar erfolgt, aber noch längere Zeit in Anspruch nimmt. Die Crawlpause fällt in diesem Fall doppelt so groß aus, so dass man vier volle Wochen Zeit bekommt, um die Mobil-Hausaufgaben nachzureichen.

<meta name=“mobileready“ content=“pending„>

Große Website? Kein Problem: Auch in den Webmaster Tools wird es in Kürze (lt. Blogpost spätestens bis zum 19.4.) eine Funktion geben, um die „Entdeckung“ per Metatag zu forcieren, ohne dass man explizit für jede einzelne Seite den obigen Test durchführen muss. Man merkt der Lösung aber nicht nur daran an, dass sie mit der heißen Nadel gestrickt wurde.

Vorsicht bei tagesaktuellen Inhalten!

Da die obige Angabe z. B. dazu führt, dass die betreffende Seite tatsächlich eine Crawlpause erhält und Google erst zum „vereinbarten“ Termin zurückkehrt, um sich von der Mobilfreundlichkeit der Seite zu überzeugen, entgehen der Suchmaschine in der Zwischenzeit alle Updates am Inhalt der Seite. Wer also seine Blogstartseite damit ausstattet, kann sich auch eine Publikationspause gönnen, wenn der Hauptkanal für Traffic die Suche ist. Ein Workaround für dieses Problem ist nicht bekannt… aber solche Lücken entstehen eben, wenn ein plötzlich notwendig gewordener Notbehelf aus nichts als einer Kugelschreibermine und einem Einmachgummi gebastelt werden muss.

Sonderfunktion für gesperrte Ressourcen

Auch ein anderes Problem kann mit der neuen Wunderwaffe behandelt werden: Google beachtet Verbote in der robots.txt. Hier wurde und wird gern aber eine ganze Menge an internen Ressourcen wie CSS- und JavaScript-Dateien für Google & Co. gesperrt. Außerdem sind unauffällige Ordner wie website.de/css oder website.de/js seit jeher ja ein beliebter Ablageort für Firmengeheimnisse, unverschlüsselte Nutzerdaten und Online Banking Passwörter der Geschäftsleitung. Wo sonst könnte man auch sensible Daten auf einem online zugänglichen Ort ablegen, ohne dass sich Suchmaschinen und andere Bots darüber hermachen? Naja, vielleicht erfindet ja jetzt jemand Dropbox oder so. Sperren per robots.txt ist nun jedenfalls definitv out. Was früher heimlich der Sicherheit interner Daten sowie vorgeblich der Schonung der Ressourcen von Crawler und dem eigenen Server gedacht war, geht nun also nach hinten los, denn wenn Google keinen Blick auf das Design werfen kann, dann kann auch nicht bestimmt werden, ob eine Website mobilfreundlich ist oder nicht.

Für diesen Fall gibt es eine dritte Möglichkeit, mobileready mit einem Wert zu bestücken:

<meta name=“mobileready“ content=“yes„>

Versieht man die oben dargestellte Seite mit gesperrtem Design mit dieser Angabe, beteuert Google das Vertrauen in die Angabe des Webmasters:

Mobile Ready: Yes

Hierbei wird auch keine Pause vereinbart o. Ä – vielmehr scheint Google tatsächlich den Angaben des Webmasters zu vertrauen. Wie lange das aber gut gehen wird – und ob dies wirklich eine Rettung für Rankings bei mobil ausgeführten Suchanfragen bedeutet -, muss abgewartet werden, bis der nach dem 21.4. geänderte Zustand eine zuverlässige Bewertung erlaubt.

Einfach einbauen?

Daher sollten Webmaster mobileready nicht einfach implementieren, ohne zuvor auch alle denkbaren Konsequenzen bedacht zu haben. Neben der Crawlpause gibt man Google mit dem Einbau auch ein Versprechen, dass es einzuhalten gilt. Daher lautet die Empfehlung: Lieber „pending“ statt „soon“, wenn es denn schon eingebaut werden muss. So ist dann wenigstens sichergestellt, dass unerwartete Probleme bei der Umsetzung noch einen etwas größeren Puffer bekommen, als bei einer Zwei-Wochen-Frist.

Wie lange hält so ein Pflaster denn?

Keine Ahnung. Google hat nichts dazu geschrieben, was passiert, wenn man die Angaben einfach im head drin läßt und das Versprechen der Umsetzung nicht einlöst. Sicher wird es aber spätestens nach mehrfachem Verstreichen der Frist ohne erkennbare Verbesserungen der Mobiltauglichkeit dann auch an die Rankings gehen. Auch unklar bleibt, wie es nach dem ersten verpassten Termin mit der Crawlfrequenz aussieht… oder was passiert, wenn man eigentlich schon mobilfreundlich geworden ist und nur vergisst, das Ding wieder auszubauen – Also Vorsicht 😉

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